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Die Bahnhofsviertelnacht 2016

6 Kommentare

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Gestern fand wieder die Bahnhofsviertelnacht statt. Bereits zum neunten Mal hat das Event stattgefunden. Der Untertitel: “Ein Stadtteil öffnet sich”.

Terminprobleme und Chefsache

Schon in der Planungsphase gab es Gerangel um den Termin, den das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt hatte dafür plädiert, den Termin doch besser in den November zu legen. Dafür gab es offiziell genug Gründe aber um bei der Wahrheit zu bleiben, ging es doch einzig und allein darum, dass eine Bahnhofsviertelnacht in den Wintermonaten zu einem Indoor-Event mutiert wäre, was A) nicht nur viel billiger (Stichwort Müll und Sicherheit), sondern B) auch wesentlich besser kontrollierbar gewesen wäre.

Man hätte auf Lesungen, Ausstellungen, kleine exklusive Parties, etc … setzen und somit das Quartier genau in dem Licht hätte präsentieren können, wie man es sich in seinen Wunschvorstellungen ausgemalt hatte. Toll für neureiche Schnösel, die in teure Penthouse-Apartments ziehen wollen und herrlich attraktiv für potentielle Investoren, denen der zwielichtige Anstrich des Viertels von jeher ein Dorn im Auge ist. Aber es wurde mächtig Wirbel gemacht, vor allem von Attac, was schließlich dazu geführt hat, dass es unser OB Peter Feldmann zur Chefsache gemacht hat, um das Event doch im Sommer stattfinden zu lassen. Vollkommen uneigennützig. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Bordelle und Hipster-Bars

Und so ist die Bahnhofsviertelnacht wieder zu einer großen Party mutiert, auch wenn es – aufgrund der strengen Auflagen der Stadt – wesentlich weniger Live-Musik gab. Die Besucher, von denen die wenigsten im Alltag was mit dem Bahnhofsviertel zu tun haben, kamen so in den Genuss z.B. eine Führung durch das Rote Haus zu machen oder an dem einen oder anderen schicken Event teilzunehmen, beispielsweise einem Kurz zum Zigarrenrollen.

Ich stelle mir heute die gleiche Frage, wie das Jahr zuvor und davor und davor: “Was genau soll das? Was ist das Interesse der Stadt?” Blauäugig könnte man einfach behaupten, dass es eine schöne Veranstaltung ist, bei der die Leute Spaß haben sollen und ich möchte auch nicht in Abrede stellen, dass die allermeisten Besucher eine tolle Zeit hatten. Denkt man aber auch nur einen Schritt weiter, springt es einen geradezu an. Mietpreise steigen, es kommen zunehmend geldbringende Unternehmen ins Quartier und dazu gehören nun mal auch so tolle, wohlgeordnete, gut organisierte Events. Aber bitte nicht so laut, zu viel Müll darf es auch nicht sein.

Es ist noch nicht so lange her, da gingen hochkarätige Immobilieninvestoren auf die Barrikaden, weil die Drückerstuben zu voll sind und Junkies auf offener Straße ihr Geschäft verrichteten. Es wurden Rufe laut, die Süchtigen, Obdachlosen, kurz, die Menschen die ohnehin schon ganz unten sind, doch gefälligst woandershin zu drängen, da sie ja so gar nicht in das, immer schicker werdende, Bahnhofsviertel passen. Für alle von uns die alt genug sind, mag das doch irgendwie an die “Säuberung” der Taunusanlage in den 1980er Jahren erinnern. Aber sich, die Bahnhofsviertelnacht ist nur eine Bahnhofsviertelnacht, mehr nicht.

Foto: Martin Krolikowski / Flickr under CC-BY 2.0
  1. Schade, dass ich das nicht mitbekommen habe!
    Welchen Stadtteil würdet ihr zum Leben empfehlen, wenn man nach Frankfurt ziehen möchte?
    LG Nedim

  2. Ich habe das Event zum ersten Mal miterlebt, seit ich in Frankfurt wohne. Hab einige Leute kennengelernt und mit gleich in der Stadt zuhause gefühlt. Von daher kann ich es jedem nur empfehlen, sobald es das nächste mal ansteht!

  3. wow, da wären wir gerne mal dabei. Sieht sooo cool aus!

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