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Sachsenhäuser Pub-Kultur

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Pubkultur

Ich gebe zu, ich war schon ziemlich lange nicht mehr in einem Irish Pub. Aber neulich überkam mich die Lust auf ein irisches Schwarzbier und so steuerte ich mit einem Kumpel den Pub  in der Klappergasse an. Am frühen Freitagabend herrschte dort noch gähnende Leere. Ein Blick auf die Karte brachte die erste Ernüchterung: 5 Euro waren für einen halben Liter Bier zu löhnen. Und bei solchen Flughafenpreisen beschweren sich die Gastronomen dann über sinkende Umsätze. Aber es kam noch besser.

Draußen nur Kännchen?

Kaum hatte die Bedienung die Getränke gebracht, wollte sie auch schon die Kohle sehen. Auf meinen Einwand, dass es doch früher mal Bierdeckel mit Strichen drauf gegeben habe, entgegnete sie kühl, ich sei wohl schon lang nicht mehr da gewesen. Bierdeckel gebe es bestenfalls noch montags, wenn überhaupt (woher diese Ausnahme kommt, erklärte sie nicht). Und im Übrigen wäre das in allen Irish Pubs so. Ach so ist das? Stimmt ja, ich vergaß, dass auch alle Bedienungen in Irish Pubs echte Rothaarige sein müssen!

Scherz beiseite. Zum einen ist mir mindestens ein Irish Pub in Frankfurt bekannt, wo der Abendverzehr durchaus noch auf dem Deckel vermerkt wird und der Gast beim Gehen zahlt. Zum anderen stimmt die kühne Behauptung noch nicht mal für Irland selbst: Sobald man dort einen “Pub Grub” betritt, also einen mit Tischen, an denen auch gegessen werden kann, dann beglicht man auch dort die Rechnung selbstverständlich erst beim Verlassen des Etablissements. Nur in den echten Stehbpubs zahlt man das Bier in Irland in der Tat sofort und zwar an der Theke, wo man es sich auch selbst holen muss. Es gibt schließlich häufig gar keinen Tisch, wo die Kellnerin das Glas abstellen könnte.

Im Sachsenhäuser Pub hingegen gibt es sehr wohl Tische und das Glas wird dort auch serviert. Die Aussage, in jedem Irish Pub müsse man immer sofort bezahlen, ist daher ebenso einleuchtend wie das geflügelte Wort “Draußen nur Kännchen!“,  das geradezu zum Inbegriff der Spießigkeit in deutschen Ausflugslokalen geworden ist. Mir erscheint die Methode des Per-Glas-Bezahlens nur dazu geeignet, den leicht angetrunkenen Gast trotz ohnehin überhöhter Preise jedesmal noch um ein Trinkgeld erleichtern zu können. Meine Meinung: Solche Läden kann man getrost den Touris überlassen. Die können sich dann daheim gerne darüber beschweren, wie die Bierkultur auch in good old Germany den Bach runtergeht.

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