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Zauberhafte Ballspiele

2 Kommentare

Reales_Quidditch_Spiel

Nein, es geht hier ausnahmsweise mal nicht um die EM, obwohl Deutschland am Sonntag ein wahrhaft geniales Achtelfinale gegen die Slowakei hingelegt hat. Aber das hat ja nichts mit Frankfurt zu tun. In der Mainmetropole hingegen wird am 23. und 24. Juli sogar eine Weltmeisterschaft stattfinden. Allerdings nicht im Fußball, sondern im — Quidditch. Sie haben richtig gelesen, Quidditch. Das ist diese Sportart, der Harry Potter und seine magischen Freunde in den Fantasy-Geschichten von J.K. Rowling frönen. Und diesen Sport gibt’s mittlerweile tatsächlich. Ganz ohne Zaubertrick.

Rund 20 Vereine in Deutschland

Erstmals umgesetzt haben den neuen Ballsport zwei Studenten aus den USA, das war 2005. Die USA sind auch nach wie vor eine der stärksten Nationen in dieser Disziplin und dominieren die internationalen Wettbewerbe. Das erste deutsche Team gibt es seit etwa vier Jahren, mittlerweile hat die Sportart hierzulande rund 150 bis 200 aktive Spieler.

Wie aber spielt sich Quidditch nun genau? Am ehesten lässt es sich wohl als eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby beschreiben. Es gibt auf jeder Spielfeldseite drei ringförmige Tore, jedes erzielte Tor gibt zehn Punkte. Auch den in den Harry-Potter-Büchern erwähnten “Schnatz” gibt es, dessen Erjagung 30 Punkte wert ist. Allerdings ist der Schnatz nicht aus Gold, sondern es handelt sich um einen schlichten Tennisball. Und er fliegt auch nicht von selbst, sondern wird von einem Spieler in einer Socke am Hosenbund getragen. Auch reiten die Spieler selbstredend nicht auf fliegenden Besen, sondern haben beim Laufen einfache Plastikstöcke zwischen den Beinen, die sowohl Spielerschwernis sein sollen, aber auch taktische Manöver ermöglichen.

Auch Fußball hat merkwürdige Wurzeln

Wem das jetzt alles ein wenig schräg vorkommt, der sei daran erinnert, dass auch der heute allgegenwärtige Fußball äußerst obskure Ursprünge auf den britischen Inseln hat. Eines der ersten Fußballspiele wurde der Legende nach zur Zeit der Völkerwanderung vor über 1.500 Jahren bestritten — und zwar angeblich mit dem abgeschlagenen Kopf eines Dänenfürsten anstelle eines Balls. Dagegen sind Bälle, die in Socken herumgetragen werden, und Plastikstöcke als Besenersatz nun wirklich geradezu harmlos. Dennoch wird der Quidditch-Sport von Unkundigen leider oft belächelt, weiß Nina Heise, die Präsidentin des Deutschen Quidditch-Bundes, der übrigens auch die WM ausrichtet. Dabei fühlen sich die Quidditch-Aktiven als echte Sportler, nur die Hälfte von ihnen haben überhaupt die Harry-Potter-Bücher gelesen.

Wie Harry-Potter-Erfinderin Rowling über den auf ihre Inspiration zurückgehenden Sport denkt, ist uns nicht überliefert. Sie dürfte im Moment ganz andere Sorgen haben, den Brexit zum Beispiel. Den würde sie nämlich am liebsten wegzaubern.

Foto: Quidditch-Spiel an der Universität von Palo Alto, Kalifornien
von John Loo unter CC-BY 2.0
  1. Hallo,

    wieder ein sehr interessanter Artikel.
    Quidditch finde ich super, und das es rund 20 Vereine in Deutschland gibt, finde ich sehr geil.
    LG
    Jack

  2. Ich frage mich, ob diese Veranstaltung in Frankfurt statt gefunden haben soll? Mitbekommen habe ich davon nichts…

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