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Schwarze Pädagogik trifft schwarzen Humor

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Struwwelpeter_Theaterstück

Wer kennt ihn nicht, den Struwwelpeter, jenes vor autoritärer Erziehung nur so strotzende Kinderbuch des Frankfurter Psychiaters Heinrich Hoffmann? Allgegenwärtig erscheinen uns mittlerweile seine Figuren: Bei der Krankheit ADHS spricht man gerne vom “Zappelphilipp-Syndrom” und “der böse Friederich” kann auch schon mal einen Mörder in einem Frankfurt-Tatort meinen. Aber was kann man als Erwachsener diesen Geschichten heute noch abgewinnen? Rainald Grebe zeigt es uns im Schauspiel Frankfurt.

Mehr als ein Liedermacher

Der gebürtige Kölner Rainald Grebe dürfte den meisten eher als Verfasser und Interpret von gesellschaftskritisch-satirischem Liedgut bekannt sein, mit dem er sich ab Mitte der Nuller Jahre einen Namen gemacht hat. Dabei wird oft übersehen, dass Grebe eigentlich ein Vollblut-Theatermensch ist: Nach Anfängen als Straßenkünstler in Berlin absolvierte er die Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” und schloss sein Diplom im Fach Puppenspiel ab. Es folgten Engagements als Dramaturg am Theaterhaus Jena und eine mit Thomas Hermanns produzierte Varieté-Show am Hamburger Schauspielhaus. Häuser wie das Centraltheater in Leipzig, das Maxim-Gorki-Theater in Berlin und das Thalia in Hamburg spielten bereits mehrere von Grebe selbst verfasste Stücke.

Uns Frankfurtern bringt Grebe ab heute die alten Knüttelreime des Hoffmann’schen Kinderbuchs als Spielszenen näher und lässt es sich dabei auch nicht nehmen, selbst mit auf der Bühne zu stehen. Und wenn man den Künstler ein wenig kennt, dann darf man bei seiner Version des Struwwelpeter mit rabenschwarzem Humor ebenso rechnen wie mit zielsicher-bissigen Seitenhieben auf die Gesellschaft. Was passiert wohl, wenn die scherenschnittartigen Klischeefiguren des Kinderbuchs plötzlich aus ihrem angestammten Rahmen heraustreten? Man darf gespannt sein.

Struwwelpeter — nach Dr. Heinrich Hoffmann, von und mit Rainald Grebe im Schauspielhaus Frankfurt. Dauer: 2 Stunden, keine Pause. Uraufführung am 4. Juni um 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen am 13.06., 20.06., 27.06., 06.07., 07.07. und 08.07.   

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