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Ein schlimmer Verdacht

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Polizei_Frankfurt_Erstes_Polizeirevier

Die Geschichte um den vor zwei Jahren verstorbenen Entrümplungsunternehmer Manfred Seel zieht immer weitere Kreise. Schon vor einem halben Jahr hatten wir berichtet, dass in der Garage des Mannes in Schwalbach die Überreste einer Frauenleiche gefunden worden waren, die Ermittlungsgruppe “Alaska” nahm die Arbeit auf.  Am Donnerstag war Zeit für eine Zwischenbilanz, das LKA Hessen gab dazu in Wiesbaden eine Pressekonferenz.

War Seel für Tristans Tod verantwortlich?

Neben der Toten, die sich in Seels Garage befand, konnte die Polizei mittlerweile Verbindungen zu mindestens vier weiteren Prostituiertenmorden herstellen, die bis Anfang der 70er Jahre zurückreichen. Weitere Fälle werden derzeit untersucht, in einem Fall konnte das Opfer bis heute nicht identifiziert werden. Die Ermittler suchen daher nach weiteren Zeugen, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass Seel einen Mitwisser oder gar Helfer hatte.

Besonderes Augenmerk richten die Beamten nun auch auf den seit 18 Jahren ungeklärten Mord am damals 13jährigen Tristan Brübach, der am 26. März 1998 im Liederbacher Tunnel unweit des Höchster Bahnhofs auf bestialische Weise umgebracht wurde. Die Polizei ging seinerzeit über 21.000 Spuren nach, doch ein Täter wurde nicht gefunden. Ein blutiger Fingerabdruck vom Tatort konnte nie zugeordnet werden, auch ein Massengentest blieb ohne Erfolg. Vielen Frankfurtern ist der Fall bis heute im Gedächtnis.

Ein Verhaltens-Fingerabdruck

Nun haben die Ermittler Manfred Seel in Verdacht und sprechen von einem eindeutigen Verhaltensmuster, so individuell wie ein Fingerabdruck. So wurden allen Mordopfern Leichenteile entnommen, die nie mehr aufgetaucht sind. Der Mord an Tristan passt nach Ansicht der Polizei in dieses Muster, auch wenn er ansonsten ein weltweit einmaliges Verletzungsbild aufweist.

Entgegen einer landläufigen Meinung bevorzugen Serientäter bei der Umsetzung ihrer grausigen Phantasien zwar bestimmte Opfertypen, sie sind dabei aber nicht notwendigerweise auf Alter oder Geschlecht fixiert. Ein prominentes Beispiel war der Russe Andrei Romanowitsch Tschikatilo, der berüchtigte “Ripper von Rostow“, den die russische Polizei erst 1990, nach 12 Jahren Jagd, zur Strecke brachte. Insgesamt 53 Morde konnte man ihm nachweisen, er selbst meinte, es seien mehr gewesen. Zu seinen Opfern zählten Kinder beiderlei Geschlechts ebenso wie Frauen unterschiedlichen Alters; nur Männer ließ er aus.

Weil Tschikatilo so wahllos zuschlug, fiel es der Polizei lange schwer, ein Muster zu erkennen. Sollte es sich im Falle von Manfred Seel ähnlich verhalten, könnte das heißen: Es gab möglicherweise noch weitere Opfer.

  1. Oh wie erschreckend! Trotzdem danke für den informativen Beitrag. Nur manchmal frage ich mich schon, warum ich mir immer wieder solche Sachen durchlese…

    Liebe Grüße Sonja

  2. Jedes mal interessant, wie jeder Mensch so seine Leichen im Keller hat. Nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass es hier nicht nur ein dummer Spruch ist…

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