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Da, wo’s wehtut

2 Kommentare

Lufthansa_Airbus_A320_NEO

Die Lufthansa wird am Mittwoch ganz erheblich von Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di betroffen sein. Vorsichtshalber hat die Fluglinie 895 Flüge gestrichen; rund 87.000 Passagiere sind betroffen. Etwa 40 Prozent des Flugverkehrs — vor allem internationale Flüge — können aber stattfinden. Bei den innerdeutschen Flügen wird jedoch massiv ausgedünnt. Neben München ist das Drehkreuz Frankfurt mit 350 gestrichenen Flügen am deutlichsten betroffen. Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet damit, dass es ein bis zwei Tage dauern könnte, bis alles wieder reibungslos läuft. Die Lufthansa hat mit einem Sonderflugplan reagiert. 

Mitgefangen, mitgehangen

Nett findet die Lufthansa das natürlich nicht, vor allem, da sie selber gar nicht Konfliktpartei des Tarifstreits ist. Da geht es vielmehr um den Öffentlichen Dienst. Aber auch am Flughafen arbeiten ja öffentliche Angestellte, vor allem in so wichtigen Bereichen wie der Flugsicherheit, der Gepäckabfertigung, bei den Bodenverkehrsdiensten und bei der Flughafenfeuerwehr. Wenn die Feuerwehr zum Beispiel wegen Personalmangel nicht betriebsbereit ist, erlischt vorübergehend die Genehmigung, Starts und Landungen durchzuführen. Das hat Sicherheitsgründe und ist ja auch sinnvoll.

Die Gewerkschaft ver.di weiß natürlich, dass sie auf diese Weise besonders gut Druck ausüben kann, auch wenn die Anzahl der Streikenden eher gering sein dürfte. Aber bei einem Warnstreik dreht es sich ja vor allem darum, ein Signal für die anstehenden Verhandlungen zu setzen. Dabei geht es diesmal nicht nur um mehr Lohn: Die Gewerkschaft kritisiert auch, dass die Befristungen bei Neueinstellungen von Bund, Ländern und Gemeinden mittlerweile 60 Prozent erreicht haben — und das trotz Milliardenüberschüssen in den staatlichen Kassen und dem Umstand, dass in kaum einem anderen Sektor der Personalbedarf so gut planbar ist wie im Öffentlichen Dienst.

„Es ist unzumutbar, dass die Auswirkungen dieses Streiks vor allem unsere Fluggäste betreffen“, sagte hingegen Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Nun ja, die Lufthansa wird es verschmerzen können. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen in der Auseinandersetzung mit Piloten und Flugbegleitern nach eigenen Angaben eine halbe Milliarde Euro an streikbedingten Kosten schultern. Trotzdem sieht Airline-Chef Spohr sein Unternehmen auf Kurs. Und wenn sich jeder der Passagiere, die morgen nicht fliegen können, deswegen bei seinem Wahlkreisabgeordneten beschweren würde: Die Tarifverhandlungen wären wohl sehr schnell wieder erledigt.

Foto: Airbus 320neo © Lufthansa
  1. Ohweia, das geht doch jetzt schon sooo lange mit den Streiks! Ist nicht irgendwann mal genug??

    LG Sara

  2. Ich finde Streiks als Pilot oder Flugbegleiter auch extrem verantwortungslos. Dadurch müssen andere Leute Zuhause hocken bleiben und starten schon mit mal vielen verlorenen Nerven in den Urlaub!

    Grüße

    Marco

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