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Gewa(a)gte Aussichten

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Haus_zur_Goldenen_Waage_NeubauÜber zwei Jahre ist es jetzt her, dass wir das letzte Mal vom Dom-Römer-Projekt berichtet haben. Mittlerweile hat sich so Einiges getan. Das so genannte Stadthaus — sicherlich der umstrittenste Teil der neuen Altstadtbebauung  — hat deutliche Formen angenommen. Direkt daneben, ebenfalls gegenüber vom Dom entsteht derzeit das “Haus zur Goldenen Waage.” Baubürgermeister Olaf Cunitz und DomRömer-Geschäftsführer Michael Guntersdorf informierten am Donnerstag über den Baufortschritt.

Ein kleines Juwel für die Altstadt

Das Eckhaus an der früheren Höllgasse und dem Markt (der Straße, die früher Dom und Römerberg verband) wurde erstmals bereits um 1323 erwähnt, damals noch als “Haus Kulmann”. Im Jahre 1619 ließ der wegen religiöser Verfolgung aus den Niederlanden geflohene Zuckerbäcker (heute würde man eher Konditor sagen) Abraham von Hameln auf dem Grundstück das “Haus zur Goldenen Waage” für sich und seine Familie errichten.

Nach dieser Vorlage wird auch die Fassade des Neubaus gestaltet. Die namensgebende Waage hing als sichtbares Kaufmannszeichen außen am Haus. Und sie hatte auch eine Bedeutung, denn von Hameln war nicht nur Bäcker, sondern auch Gewürzhändler. Und so sündhaft teuer, wie viele exotischen Gewürze damals nun mal waren, dürfte so manches Handelsgut auf der Goldwaage gelandet sein.

Kein Wiederaufbau nach dem Krieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zur Goldenen Waage zwar zerstört, es wäre aber noch genug übrig gewesen, um es wieder aufzubauen. Doch die Stadt entschied sich damals dagegen. Ein Teil der Sandstein-Arkaden überlebten immerhin als Unterbau einer privaten Bibliothek in Götzenhain. Sie werden nun aufwendig rekonstruiert, ebenso wie das im Krieg völlig verbrannte Fachwerk, für das bis zu 100 Kubikmeter historische Eichenbalken Verwendung finden. Dafür wurde extra eine Spezialfirma aus dem nordhrein-westfälischen Lemgo verpflichtet.

Ganz billig ist der Spaß natürlich nicht. Das gesamte Altstadtviertel mit 15 Rekonstruktionen und 20 Neubauten für rund 200 Bewohner wird bis zu seiner Vollendung kommendes Jahr insgesamt etwa 170 Millionen Euro kosten — rund 50 Millionen mehr, als 2010 veranschlagt worden war. “Das ist ein Jahrhundertprojekt für Frankfurt. Ich denke, das Geld ist gut angelegt”, sagte Bürgermeister Cunitz am Donnerstag gegenüber Hit Radio FFH. Schön formuliert. In Köln sagen sie dazu: “Nit kleckern — klotz’n”. Kommt aber aufs selbe raus, denke ich.

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