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Närrisches Treiben

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Fasching_in_FrankfurtJetzt kommt sie also mit voller Wucht, die so genannte “fünfte Jahreszeit“. Selbst Mitmenschen, die der Faschingsfeierei eher gleichgültig bis genervt gegenüberstehen, werden in den kommenden zehn Tagen nicht vermeiden können, allerorts auf Jecken und Narren zu stoßen. Deswegen gibt es hier eine kleine Übersicht, wo in Frankfurt närrisch gefeiert wird: Für die Fastnachtfans als Anregung, für die Faschingsmuffel als Ausweichanleitung.

Fasching, Fastnacht oder Karneval?

Für kaum ein anderes Fest in Deutschland gibt es so viele verschiedene regionale Bezeichnungen und auch Begrüßungen. Fastnacht, oder “Fassenacht” wie man meistens in weiten Teilen von Hessen und Rheinland-Pfalz zu sagen pflegt, bedeutet wörtlich “die Nacht vor der Fastenzeit”, also ursprünglich nur den Zeitraum zwischen Fastnachtsdienstag und Aschermittwoch. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert ist damit aber eine ganze Woche voller Festivitäten gemeint. Und seit dem 19. Jahrhundert  begehen die Fastnachtsgesellschaften den Start ins närrische Treiben offiziell bereits am 11. November, meist mit der Krönung eines Prinzenpaares.

“Fasching”, wie vor allem die Bayern und Österreicher sagen, bedeutet wörtlich “Fastenschank”, also der letzte Ausschank von Alkoholika vor der Fastenzeit. Analog leitet man “Karneval”, wie die Rheinländer und Berliner sagen, gewöhnlich vom lateinischen “carne vale!” her, was so viel bedeutet wie “Fleisch, ade!” Wir sehen: In den Begrifflichkeiten zeigt sich vor allem, dass vor der Fastenzeit nochmal ordentlich gebechert und gemampft werden darf.

Historische Kuriositäten

Wie jedes Jahr gibt es auch diesmal zwei verschiedene Fastnachtsumzüge in Frankfurt: Den Fastnachtszug des Großen Rats der Frankfurter Karnevalvereine am Sonntag, den 7. Februar ab 12:11 Uhr durch die Innenstadt und der Umzug in “Klaa Paris”, organisiert von der Zuggemeinschaft in Heddernheim, am Fastnachtsdienstag ab 14:31 Uhr. Dass sich diese beiden konkurrienden Großveranstaltungen bis heute halten, ist vor allem der Historie geschuldet: Der Heddernheimer Zug ist der traditionsreichere, ihn gab es schon, als das protestantische Frankfurt noch gar keinen eigenen Umzug hatte. Heddernheim dagegen gehörte politisch über Jahrhunderte hinweg zum katholischen Mainz, dort war man von jeher etwas feierfreudiger. Zwei Handwerksburschen sollen die Sitte des Umzugs aus Mainz mit in ihr Heimatdorf gebracht haben.

Nicht vergessen wollen wir auch den Kinderfastnachtszug durch Sindlingen am Rosenmontag, den 8. Februar 2016 ab 14:11 Uhr. Der Zugweg führt über folgende Strecke: Am Lachsgraben – Pfingstbornstraße – Sindlinger Bahnstraße – Westenbergerstraße – Steinmetzstraße – Farbenstraße – Allesinastraße – Huthmacherstraße – Sindlinger Bahnstraße. Der Zug endet um ca. 15:30 Uhr. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Veranstaltungen, für die hier der Platz nicht ausreicht, um sie alle aufzuführen. Es gibt aber einige gute Übersichtsseiten im Netz (unter anderem hier und hier).

Kein Grund zu Panik

Auch wenn einigen wegen der Silvesterübergriffe in Köln beim Gedanken an Großveranstaltungen der Schweiß auf die Stirn tritt, rät der Präventionsrat der Stadt Frankfurt davon ab, sich verunsichern zu lassen. Eine Tanzgruppe sagte zwar aus Terrorangst ihre Teilnahme am Großen Fastnachtszug ab, sehr zum Bedauern des Vorsitzenden des Großen Rats. Einen Grund zum Fernbleiben sieht er aber nicht. Zudem habe die Polizei verstärkte Präsenz zugesichert. Wir wünschen jedenfalls allen Närrinnen und Narhalesen eine friedliche und frohe Fassenacht. Darauf ein donnerndes Helau!

Foto: Flickr / Anton Raath

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