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Pfeiffer mit drei f

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Feuerzangenbowle

Der Spätherbst zeigt sich wie erwartet von der schmuddeligen Seite. Um so mehr sehnt man sich des Abends nach einer heißen Stärkung, gerne auch nach “geistigen” Getränken. Neben dem klassischen Glühwein erfreut sich dabei die Feuerzangenbowle einer gewissen Beliebtheit. Das Getränk soll ja bekanntermaßen eine gewisse angenehme Melancholie und Rührseligkeit fördern, wie es uns schon im gleichnamigen Film erzählt wurde. Auf ihm beruht im Übrigen ein Theaterstück, das noch bis Januar im Fritz Rémond Theater zu sehen ist.

Jeder nur einen winzigen Schluck …

Geschrieben hat die Geschichte um den verspäteten Gymnasiasten Dr. Hans Pfeiffer (mit drei “f”!) der Düsseldorfer Dramatiker Heinrich Spoerl. Der besaß in den 30er und 40er Jahren das Talent, launige Bühnenstücke und Drehbücher zu verfassen, die schon mal den einen oder anderen gesellschaftlichen Seitenhieb aufwiesen. Der war aber stets so dezent versteckt, dass Spoerl bei der Nazi-Zensur nicht aneckte und weiter seinen Beruf ausüben konnte. Die Verfilmung von 1944 mit dem unvergessenen Heinz Rühmann (zu der Spoerl das Drehbuch schrieb) dürfte vielen bekannt sein, sie gibt es auch dieses Jahr traditionsgemäß am Tag vor Heiligabend im Kino bei Orfeo’s Erben zu sehen.

Bei dem Stück handelt es sich nach den Worten Spoerls um ein Loblied auf die Schule. Es könne aber sein, so merkt der Autor listig an, dass die Schule das nicht merkt. Denn die Lehrer an dieser altehrwürdigen höheren Lehranstalt, an der der Privatschüler Pfeiffer seine Flegeljahre nachholen soll, werden nach allen Regeln der Kunst durch den Kakao gezogen. Das geschieht jedoch immer auf eine Weise, bei der man den Schülern anmerkt, dass sie ihre Lehrer doch sehr mögen und sie eben nur veralbern wollen — wie diese berühmte Szene auf Youtube zeigt.

Im Fritz Rémond Theater ist das Stück noch durchgehend bis zum 17. Januar zu sehen, auch an Silvester. Und da der Jahresausklang auch ein klassischer Tag für eine selbst gebraute Feuerzangenbowle ist, hat man danach gleich einen Anlasss, auch das Getränk zu genießen. Wer seine Bowle selbst zubereiten möchte, braucht neben Wein, Glühweingewürzen und Orangensaft eigentlich nur noch einen Zuckerhut, Rum und eine so genannte Zuckerzange, um den Hut quer über die Schüssel legen zu können. Die gibt’s für wenige Euro in Haushaltsfachgeschäften. Zur Not tut’s aber auch eine genügend große Käsereibe …

Foto: Flickr / Andy Rogers

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