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Bargeld lacht

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EZB Frankfurt

Nur Bares ist Wahres. Aber gilt das heute überhaupt noch? Immerhin fordern Politiker und Ökonomen immer mal wieder die Abschaffung des Bargelds. Die Idee dahinter: Steuerhinterziehung würde erschwert, Falschgeld unmöglich gemacht und keiner könnte sein Geld sinnlos horten und so dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Gerade das letzte Argument halte ich allerdings für reichlich vorgeschoben, denn das kommt wohl neben Dagobert Duck nur bei älteren Menschen mit Demenzproblemen vor (und dann unabsichtlich). Die Bundesbank in Frankfurt jedenfalls bekennt sich nach wie vor zum Bargeld.  Und sie tut Einiges, um es vor den bösen Buben zu schützen.

Geldfälscher sind erfinderisch

Auch wenn die EZB (im Bild) mittlerweile die Hüterin der Währung ist, so ist doch die Bundesbank für die technische Umsetzung des Bargeldverkehrs hierzulande zuständig. Und von dort war vergangene Woche zu erfahren, dass es ab sofort neue 20-Euro-Schein gibt. “Neu” betrifft vor allem diejenigen Merkmale, die den Schein sicherer gegen Fälschungen machen sollen, denn die Geldfälscher werden immer kreativer. Gut 2,2 Millionen Euro an Falschgeld wurden im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland sicher gestellt. Der Vertrieb der “Blüten” erfolgt dabei oft über das so genannte Darknet, das die Abwicklung dunkler Geschäfte über das Internet ermöglicht.

Als neues Merkmal enthalten die neuen 20-Euro-Scheine ein holografisches Sichtfenster, in dem einem die Dame Europa entgegenlächelt, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Das Sichtfenster wird dabei transparent — ein Effekt, der sich mit einem Farbkopierer nicht nachahmen lässt. Die alten Scheine behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit; sie werden nach und nach ausgetauscht. Auch die höherwertigen Banknoten, ab dem 50-Euro-Schein aufwärts, sollen irgendwann durch solche ersetzt werden, die schwerer zu fälschen sind. Genaue Termine dazu stehen jedoch noch nicht fest.

Gedruckt, um zu bleiben

So tun EZB und Bundesbank jedenfalls alles dafür, damit wir auch künftig sicher mit Bargeld zahlen können. Experimente, das Bargeld abzuschaffen, wie es in Schweden derzeit versucht wird, stoßen in Deutschland hingegen auf wenig Gegenliebe. Die Deutschen schätzen ihr Bargeld: Gut die Hälfte aller Umsätze und fast 80 Prozent aller Zahltransaktionen hierzulande werden mit Münzen und Scheinen abgewickelt. Und weil die Abschaffung des Bargeldes einen erheblichen Eingriff in das Eigentumsrecht darstellen würde, dürfte es nach Meinung von Experten dabei in absehbarer Zeit auch bleiben.

Um Kindern die doch etwas komplizierte Materie des Bargelds spielerisch zu erklären, können 9- bis 12-jährige auf der Webseite der Bundesbank in den kommen den drei Monaten beim Online-Spiel “Euro Run” mitmachen. Die hundert besten Spieler können eine funkelnagelneue 20-Euro-Note gewinnen — in Acryl eingegossen, zum Auf-den-Tisch-stellen. Ich denke mal, das fällt  noch nicht unter “Bargeldhortung”, oder?

Neuer_20-Euroschein

 Der neue 20-Euro-Schein. Abbildung: © Deutsche Bundesbank

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