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Früher war alles besser!

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Zoom Hip Hop

Die menschliche Erinnerung funktioniert reichlich unausgewogen: Das Gute behält man, das Schlechte neigt man zu vergessen (oder sich schön zu reden). Vor noch gar nicht allzu langer Zeit hieß ein kleiner, etwas angeschmuddelte Live-Club in der Brönnerstraße Sinkkasten und ich erinnere mich noch an die gute Stimmung auf den Konzerten, die ich dort Ende der 90er Jahre besuchte. Denn wie heißt es doch so schön: Was morgens in der U-Bahn das größte Gedränge, das ist abends in der Disco die Bombenstimmung. Seit ein paar Jahren hört der ehemalige Sinkkasten auf den Namen Zoom, heimst Preise ein und lädt diesen Freitag zu allem Überfluss auch noch zu einer Party, für alle, die denken, “dass früher immer alles besser war”

Vom Studentenprojekt zum Nachkrisen-Chic

Der Sinkkasten entstand in den frühen 70er Jahren an ganz anderer Stelle als Projekt, um Nachwuchskünstlern im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne bieten zu können. Die waren andernorts nämlich höllisch teuer. Nachdem der Club Ende der 70er an den heute bekannten Ort gezogen war, die (ohnehin spärliche) öffentliche Förderung wegfiel und sich die Miete erhöhte, wurden die Discoveranstaltungen irgendwann fester Bestandteil des Programms, um die Einnahmen zu erhöhen. Vor dem Sinkkasten hatte es übrigens bereits eine Diskothek mit Namen “Zoom” im gleichen Gebäude gegeben. Insofern knüpft der heutige Name an die alte Geschichte des Ortes an.

Dass das neue Zoom einen guten Job macht, bestätigen die aktuellen Besucher auf yelp. Der Club schließt demnach eine wichtige Lücke, ist er doch “etwas kleiner als die Batschkapp aber  größer als der Ponyhof.” Außerdem bescheinigt ihm eine Besucherin eine “Wasted-Aber-Cool-Atmosphäre”. Ich weiß zwar nicht genau, was sie damit meint; aber ich denke, wir lassen das mal als Lob durchgehen, oder? Auch konnte sich das “Zoom” unlängst über 15.000 Euro aus dem Topf des Musikpreises “Applaus” freuen, der speziell kleine Clubs mit innovativem Live-Programm fördert.

Diesen Freitag steht kein Live-Auftritt auf dem Programm, dafür darf zu allem abgetanzt werden, was die Geschichte des Clubs und seiner Vorgängereinrichtung so geprägt hat. Das Programm verspricht den “besten Mix” von Hip Hop und RnB, getreu dem Motto: “Let’s get back to old-school …” Spätestens danach wissen wir, ob früher alles besser war —oder einfach nur viel früher.

  1. Wieso? Früher wars doch besser. Da waren die Amis noch da und der Kerim hat mit dem Funkydelic, für die damalige Zeit total hip, den Laden gerockt. Außerdem gab es Sparerips an der Eckenheimer, wo jetzt nur noch son Multi-Fastfoof Laden ist… doch, damals war es besser;-)

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