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Der Winter kommt … nicht

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Winter_an_der_Hauptwache

Irgendwie scheinen den Medienmachern mittlerweile die Themen auszugehen. Nach einem sehr heißen Sommer und einem milden Herbst soll jetzt am Wochenende plötzlich der Winter über uns hereinbrechen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich: Die Meldung ist keine Ente mehr, sondern eine ausgewachsene Schneegans.

“Blitz-Winter”? Eher nicht!

Temperaturstürze um bis zu 20 Grad!” kündigt die Bild-Zeitung an und setzt sich damit in gewohnter Weise bei der Effekthascherei an die Spitze. Bei der Tagesschau legt man immerhin den Schwerpunkt eher auf den zu erwartenden Starkregen. Letztlich handelt es sich schlicht und einfach um eine druchziehende Kaltfront. Die ist für diese Jahreszeit keineswegs ungewöhnlich. Viel spannender ist, wie es nach dem vorübergehenden Kälteeinbruch weitergeht.

Und da gibt es, wenn man den Jungs von der Webseite Wetterprognose-Wettervorhersage folgt, im Wesentlichen zwei Szenarien: Entweder es wird ab dem 24. November nasskalt und eklig (brrr!) oder aber wieder mild und regnerisch (puh!). Wir haben also die Wahl zwischen schmuddelig-kalt und schmuddelig-warm. Aber unter “Winter” stellt man sich dann doch etwas anderes vor.

Auch der Deutsche Wetterdienst in Offenbach stellt klar: Nach einem vorrübergehenden Kälteeinbruch dürften die Temperaturen in den letzten Novembertagen wieder deutlich (bis zu 4 Grad!) über dem langfristigen Mittel liegen. Durch den Temperatursturz wird der November aber wohl vielerorts nicht mehr der wärmste seiner Art seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Wärmerekord passé!

Doch selbst wenn es die ganze kommende Woche knackig kalt wäre, Schnee würde ohnehin erst ab etwa 500 bis 700 Metern liegen bleiben. Zur Erinnerung: Frankfurt liegt 112 Meter über Normalnull. Die Nachbarn im Hochtaunus sollten allerdings ihre Winterbereifung dieses Wochenende schon aufgezogen haben. Aber die sind dieses Wetter ohnehin gewohnt.

Ich selbst freue mich momentan eher, dass ich die Heizung dieses Jahr bisher kaum einschalten musste, das schont den Geldbeutel. Und viel mehr Sorgen als der Klimawandel macht mir die Qualität unserer Medien. Wenn die schon eine banale Wettermeldung zur Sensation aufpusten, möchte man gar nicht wissen, welcher Quatsch einem sonst täglich untergejubelt wird.

Foto: Hauptwache am 24.12.14 — (Flickr / Picturepest)
  1. So kommt es mir manchmal auch vor. Jeder spricht von kalten Winter, dabei ist man manchmal ohne Jacke besser dran. Da ist ja der Klimaschrank zum Testen von Outdoorkleidung kälter. Aber wenn es keine News gibt, dann macht man sich welche. ;)

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