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Zum Abheben gedacht

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Rhein-Main-Flughafen Vorfeld Süd

Der Frankfurter Flughafen bekommt Zuwachs: Flughafenbetreiber Fraport hat sich entschieden, das umstrittene Terminal 3 nun doch zu bauen. Für die hessischen Grünen sieht das ziemlich doof aus, hatten sie doch im Wahlkampf 2013 noch gegen den Flughafenausbau getrommelt. Da es aber letztlich auf eine Koalition zwischen Grünen und Union hinausgelaufen war, halfen auch alle Gegengutachten nichts mehr: Noch in diesem Jahr sollen die Bagger anrücken.

Rechtlich nicht zu beanstanden

Zu verhindern war der Terminal-Neubau für die Grünen ohnehin nicht mehr, schließlich verfügte Fraport bereits über das Baurecht. Argumentiert wurde von Seiten der Ausbau-Gegner denn auch dahingehend, dass es wirtschaftlich ohne Erweiterung gehen würde, der neue Terminalbau sei also eigentlich überflüssig. Das wiederum bestreitet Fraport. Wenn man den Passagierzuwachs der letzten Jahre zugrunde lege, kämen die alten Terminals spätestens 2021 an die Belastungsgrenze. Daher müsse jetzt der Spaten ausgepackt werden, denn sieben Jahre werden die Bauarbeiten dauern, so dass pünktlich zum Jahr 20222 die neue Abflughalle stehen kann.

Die Konkurrenz schläft nicht

Fraport muss sich auch aus einem anderen Grund sputen: Im internationalen Luftraum herrscht nämlich schon seit längerem ein ziemlicher Verdrängungswettbewerb. Die Umsteige-Flughäfen für Transkontinentalflüge werden vielerorts ausgebaut, vor allem in Dubai und Istanbul. Turkish Airlines hat seine Passagierzahlen in den vergangenen zehn Jahren fast vervierfacht und mit dem neuen Istanbuler Mega-Flughafen, der 2017 fertig sein soll, wollen die Türken Frankfurt endgültig auf die Plätze verweisen.

Bis zu 3 Milliarden Euro wird das neue Terminal 3 kosten, zusätzliche 14 Millionen Passagiere pro Jahr sollen mit dem Neubau abgefertigt werden. Die Anwohner dürften auf mehr Lärmschutz drängen und auf die Einhaltung des mitunter löchrigen Nachtflugverbots pochen. Das hatte das Bundesverwaltungsgericht 2012 zwar festgezurrt. Aber was ist mit Maschinen, die laut Plan vor 23:00 Uhr abheben sollten und sich wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verspäten? Dafür gibt es Sondergenehmigungen, die aber bei den Beteiligten oft zu Verdruss führen.

So wie es ausschaut, ist der Ärger um den Flughafenausbau noch lange nicht vorbei; er ist höchstens in die nächste Runde gegangen.

Foto: © Fraport

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