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Da Vinci lässt grüßen

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Mahl ganz anders Frankfurt Alte Oper

Am Gründonnerstag konnte man insgesamt sieben Mal ein seltsames Schauspiel in der Innenstadt erleben: Da kamen 13 Personen mit Klappstühlen, ein Tapeziertisch wurde aufgebaut, eine Decke darauf gelegt. Aus mitgebrachten Taschen stellte die bunte Schar einen Kelch, Gläser und Teller, Brot und Trauben auf den Tisch. Dann setzte sich das Ensemble und begann sich in Zeitlupe zu bewegen – bis das Szenario Da Vincis berühmten Gemälde vom Letzten Abendmahl entsprach.

Freilufttheater als Glaubenszeugnis

Mit der Performance “mahl ganz anders” wollen die Beteiligten nicht nur das Abendmahl szenisch darstellen und auf die Bedeutung des Gründonnerstags hinweisen, sondern auch zu Diskussionen anregen und die Menschen einladen, am Abend in der Kirche richtig Abendmahl zu feiern. Entstanden ist die Idee 2011 in Hamburg, die Frankfurter Initiative betreut Frank Muchlisnky vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik. Gegenüber Radio FFH sagte Muchlinsky: “Wir wollen zeigen, dass Gründonnerstag auch ein freudiger Tag ist, schließlich hat Jesus zum letzten Mal mit seinen Freunden gefeiert.”

Dennoch weist schon der Name “Gründonnerstag” auf das Leiden hin, denn “grün” kommt von “greinen” und nicht etwa von der Farbe grün – auch wenn man in vielen Gegenden an diesem Tag traditionellerweise grüne Speisen zu sich nimmt, Spinat etwa oder in Frankfurt natürlich die Grüne Soße.

Mahl ganz anders Info

Beim historischen Jesus dürften Trauben und Graubrot übrigens kaum auf dem Tisch gestanden haben und Grüne Soße ganz sicher nicht; als gläubiger Jude feierte er mit seinen Jüngern an diesem Vorabend des Pessach-Festes (wahrscheinlich am 2. April 33 oder am 6. April 30)  den Seder-Abend, der an den Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft erinnert. Die heutige Speisefolge am Seder-Abend wurde erst durch die rabbinischen Gelehrten lange nach Jesu Tod festgelegt, aber nach biblischer Überlieferung gehörten zumindest Wein, ungesäuertes Brot (Matze), Lammfleisch und bittere Kräuter dazu.

Für Christen ist der Gründonnerstag der Auftakt zum Osterfest, als Erinnerungstag an die Auferstehung Christi das wichtigste Fest im Jahreskreis. Für alle anderen ist es zumindest ein Anlass inne zu halten und für einen Moment die Hektik zu vergessen, die vor Feiertagen zwangsläufig die Innenstädte beherrscht. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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  1. Presseecho | mahl ganz anders - […] Frankfurter Blog […]

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