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Kulturelle Zwitterdebatte in Frankfurt

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Nachdem sie als Oberbürgermeisterin abgedankt hatte, erkannte sogar Petra Roth (CDU) den Wert der Frankfurter Kulturlandschaft. Mehr noch, sie lobte Städel und Schirn über den grünen Klee und verglich die beiden Museen mit Instituten in London, Paris oder Madrid. Einen derartigen Ritterschlag war ihr während ihrer Amtszeit nicht möglich gewesen. Warum? Es wäre schwer gefallen, nach derartigen Aussagen, einen rigorosen Sparkurs durchzudrücken. Politik und Kunst ist eben doch intensiver miteinander verflochten als es wünschenswert wäre.

Kann Sparen Sünde sein?

Und die Debatte um einen vernünftigen Kulturetat, der einer Stadt wie Frankfurt angemessen ist, geht mit unvermindertem Irrsinn weiter. Ja, die Politik möchte sich gerne mit einer kulturellen Vielfalt schmücken, die sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Kosten soll dies aber natürlich so wenig wie möglich. Geht es nach dem Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), müssen neun Millionen Euro eingespart werden. Wie das gehen soll, ohne an der besagten Vielfalt Einbußen zu verzeichnen, ist freilich nicht ganz klar.

Das konnte auch eine Podiumsdiskussion der Frankfurter Rundschau vor knapp einem Monat nicht klären. Als dort die Wohlfühlzone der politisch korrekten Plattitüden verlassen wurde und es um die drohende Schließung des Ikonenmuseums ging, konterte der anwesende Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) damit, dass kulturelle Vielfalt zwar unverzichtbar, jedoch veränderbar sei. Aha?! Man könne die Ikonen ja auch im Dommuseum oder Museum Angewandte Kunst (MAK) zeigen. Aber einig war man sich dann schon, dass das Sparen an der Kunst eigentlich nicht möglich sei.

Vielfalt in der Kunst

Natürlich hat ein Ikonenmuseum nicht so viele Besucher wie ein Städel oder die Schirn aber wo zieht man dann die Grenze, bevor der Laden dicht gemacht wird? Was kommt als nächstes? Das Museum für Stadtgeschichte und das Archäologische Museum droht schon jetzt die Zusammenlegung. Wie weit geht es noch? Haben wir bald nur noch eine Handvoll Museen, nur weil es möglich ist sie zusammenzulegen und ein paar Euro zu sparen? Geht es danach, ist der voll gefüllter Eventkalender des Frankfurt Tipp bald nur noch auf einen Posten reduziert. Passt ja alles in ein Museum!

Eine andere Frage drängt sich aber im gleichen Zug auf: Warum ist es überhaupt möglich, einen derart kuriosen Sparplan auf Kurs zu bringen, ohne das die Kulturschaffenden auf die Barrikaden gehen? Die Antwort ist leider recht einfach. Die Kinder im Frankfurter Kultursandkasten sind zerstritten und hauen sich lieber mit dem Schäufelchen gegenseitig auf den Kopf, als an einem Strang zu ziehen. So wird es auch niemals etwas mit einer vernünftigen Förderung durch das Land Hessen werden. Es ist eben wie im richtigen Leben: Aufmerksamkeit bekommen zuerst die, die laut genug schreien.

Foto: Flickr / alles banane

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