Einträge: Beiträge | Kommentare

Umfang der Frankfurter Rundschau

1 Kommentar

frankfurter-rundschau-umfang

Ich bin seit vielen Jahren sehr passionierter Leser der Frankfurter Rundschau und war schon immer der Meinung, dass Deutschland mehr als eine linksliberale, überregionale Tageszeitung vertragen kann. Dementsprechend kritisch beziehungsweise gespannt habe ich dann auch die drohende Pleite verfolgt und darauffolgend auch die Übernahme durch die Frankfurter Societät und die FAZ.

Was für mich ganz persönlich die Rundschau immer spannend gemacht hat, war der Facettenreichtum und das Feature im Mittelteil, in dem es beinahe ausnahmslos gute Reportagen, Interviews oder ähnliche Formate zu lesen gab. Nach der Neuausrichtung der Rundschau und dem damit zusammenhängenden Strukturwandel hat die Zeitung jedoch nie wieder die alte Klasse erreicht und ich war zumeist enttäuscht. Auch zu diesem Zeitpunkt war die Rundschau nicht wesentlich schlechter als andere Tageszeitung, für mich aber auch nichts mehr Besonderes. Die Frage, die sich mir immer gestellt hat, war: „Wie lange dauert es noch, bis die sich gefangen haben?“

Tageszeitung oder Anzeigenblättchen?

Leider wurde dieser Zeitpunkt nie erreicht, was schlussendlich dazu geführt hat, dass ich mir die Rundschau nur noch gelegentlich kaufe, anstatt – wie früher – mehrfach die Woche. Vor einigen Tagen hat es mich dann aber regelrecht aus den Socken gehauen, als ich eine Ausgabe in der Hand hatte.

Von außen gefühlt, hatte die Zeitung gut und gerne das Volumen der Sonntagsausgabe der FAZ und ich dachte mir schon, dass es ja scheinbar viel zu berichten gäbe oder vielleicht ein ansonsten lesenswerter Sonderteil mit enthalten wäre. Nach dem Aufschlagen kam dann aber schnell die Ernüchterung: Es befanden sich sage und schreibe sechs Prospekte mit in der Zeitung, die den Umfang mehr als verdoppelt hatten. Bedeutet, als ich die Werbung entfernt habe, hatte ich nur noch ein sehr dünnes Blättchen in der Hand.

Über den Daumen gepeilt, wenn ich die Werbung mit einrechne, die nicht extra mit eingelegt worden ist, schätze ich, dass die besagte Ausgabe zu mehr als 50 Prozent aus Werbung bestanden hat. Der Rest der Zeitung war an diesem Tag auch nichts besonders und bestand zumeist aus zusammengeschriebenen DPA-Meldungen, die ich so oder anders auch in jeder anderen Tageszeitung hätte lesen können. An diesem Tag habe ich mich gefragt: Ab wann muss man sich eigentlich Anzeigenblättchen nennen und den Titel Tageszeitung ablegen?

  1. schöne analyse. und sehr traurige entwicklung.
    deswegen lese ich nur noch SZ oder ZEIT und für regionales sinds Journal und die FNP zuständig. zur FR greifen die leute doch nur noch aus nostalgiegründen

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg