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Studentische Wohn-Philosophie

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Frankfurt,_Philosophicum

Ach, was wird derzeit gestritten um die Nutzung des frei werdenden Uni-Campus’ in Bockenheim! Ein „Kulturcampus“ soll das rund 17 Hektar große Gelände bis zum Jahr 2020 werden. Fest steht immerhin schon, dass die Uni ihren letzten Räumlichkeiten auf dem alten Campus bis 2017 geräumt haben wird. Zu den Schlusslichtern beim Umzug zählen die Juristen. Die Philosophen hingegen sind schon ausgezogen und könnten dadurch bald für mehr Wohnraum sorgen.

Philosophicum soll Wohnprojekt werden

Für das ehemalige Hauptgebäude der Philosophischen Fakultät (im Bild) planen mehrere Initiativen ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen. Sinnvoll ist das schon, denn die Wohnungsnot in Frankfurt ist gerade unter Studenten groß. Nach der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (2012) zahlen Studierende in der Mainmetropole mittlerweile im Schnitt 337 Euro für ihre Bleibe – rund 13 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt (298 Euro). Wenigstens lassen sich Wohnungspreise heute schnell im Internet vergleichen, aber an der Mangelsituation als solcher ändert das wenig. Dazu müsste einfach mehr gebaut werden.

Bis zu 60 Prozent Gewerbenutzung

Leider ist es aber wohl so, dass die frei werdende Fläche in Bockenheim überwiegend gewerblich genutzt werden wird. Immerhin 40 Prozent plant die städtische Immobilien-Holding ABG für Wohnraum zu verwenden, das wären rund 1.200 Wohnungen – ein Drittel davon mit sozialer Förderung. Ich frage mich eher, wer die viele Gewerbefläche abseits der Innenstadt braucht. Der Fantasie zur Nutzung sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt: So diskutierten die Stadtverordneten unlängst, ob der Bebauungsplan so zu ändern sei, dass sich auch Bordell-Betriebe ansiedeln dürfen.

AfE-Turm wird bald gesprengt

Währenddessen schreitet der Abriss der alten Gebäude unaufhaltsam fort. Als nächstes ist der so genannte AfE-Turm an der Reihe. Dieser alte, hässliche Klotz – sein Architekturstil heißt passenderweise „Brutalismus“ – beherbergte früher die „Abteilung für Erziehungswissenschaft“, der man im Bildungsaufbruch der 70er Jahre das höchste Gebäude der Uni gönnte.

Das AfE-Ungetüm liegt an der Südspitze des Campus Bockenheim, nahe dem Marriott-Hotel. Es ist mittlerweile entkernt und soll bald gesprengt werden. Das wäre dann bei 116 Metern die Sprengung des bisher höchsten Turms in Europa. Selbst für den Sprengmeister wird das eine Premiere. Vorgesehener Termin ist Sonntag, der 2. Februar um 10 Uhr. Auf 250 Meter darf ab 7 Uhr niemand an den Turm heran, Schaulustigen wird die Ludwig-Erhard-Anlage (nähe Messe ) oder die Senckenberg-Anlage als Aussichtspunkt empfohlen.

Auch auf dem neuen Campus knallt es bisweilen

Im Nachfolgegebäude auf dem neuen Campus Westend hat es dagegen schon vergangenes Wochenende ordentlich geknallt: Wegen einer geplatzten Fernwärmeleitung fiel am Samstag die Elektrik im gesamten Gebäude der Erziehungswissenschaften aus. Am Montag wurde noch versucht, zumindest die Brandschutzanlage wieder flott zu kriegen, um das Gebäude wenigstens teilweise wieder nutzen zu können. Die Studenten hatten also zwangsweise Vorlesungspause – was so kurz vor den Klausuren ziemlich nerven kann, wie ich mir denke.

Foto: Wikimedia Commons / Karsten Ratzke
  1. Ich verstehe nicht, warum das Hochhaus sprengen muss. Ist die Baubsubstanz so schlecht oder was ist das Problem? Hier wäre doch wirklich eine Möglichkeit in dem Hochhaus kostengünstige Studentenwohnungen zu bauen. Das wäre mal eine soziale Tat.

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