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Rote oder blaue Pille?

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Es dürfte nur wenige Zeitgenossen geben, die vom Film „Matrix“ mit Keanu Reeves noch nichts gehört haben. Mit seinen Spezialeffekten gab er dem Action-Kino Ende der 90er Jahre einen Schub, wie es davor zuletzt „Terminator 2“ getan hatte. Am Samstag, den 7. Dezember um 20 Uhr kann man sich „Matrix“ noch einmal auf der großen Leinwand anschauen – in der Alten Oper Frankfurt.

Live-Filmmusik vom hr-Orchester

Als besonderes Schmankerl gibt es die eindringliche Filmmusik von Don Davis diesmal live zu hören, gespielt vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Dirigent Frank Strobel. Don Davis, geboren 1957 im amerikanischen Anaheim, erhielt seine Ausbildung an der University of California, bevor er seinen ersten Job in der Filmbranche landen konnte und als Dirigent für die Musik von „The Incredible Hulk“ verpflichtet wurde. In den 80er und 90er Jahren lieferte Davis dann unter anderem die melodische Untermalung für Episoden der Krimiserie „Hart aber herzlich“ und für „Star Trek: Next Generation“.

Die Wachowski-Geschwister kannte Davis spätestens seit dem Thriller „Bound“, den diese im Jahr 1996 produzierten und für den Davis die Filmmusik beisteuerte. Der von der Kritik gelobte Streifen gewann den Saturn Award, eine der wichtigsten Auszeichnungen für phantastische Filme, und überzeugte auch an der Kinokasse. Damit war der finanzielle Grundstein gelegt, um die Matrix-Trilogie in Angriff nehmen zu können, für die wiederum Davis als Musiker verpflichtet wurde.

Eine zu düstere Zukunftsvision?

In „Matrix“ wird die Welt von Maschinen beherrscht, die die Menschheit versklavt haben und sie in einer Scheinrealität gefangen halten. Jeder bloße Gedanke der Bewohner dieser Welt kann durch die Agenten des Systems eingesehen und überwacht werden. Ein Albtraum, der wohl selbst Dystopien-Schöpfer wie George Orwell schlucken lassen würde. Meine absolute Lieblingsszene ist jene, in der sich der Hauptprotagonist Neo entscheiden muss, ob er weiter an die Täuschung des Systems glauben will oder ob er bereit ist, die ganze Wahrheit zu erfahren, das jedoch um den Preis ewigen Verfolgtseins. Wer fragt sich da nicht, ob er selber die rote oder die blaue Pille gewählt hätte.

Die Idee der vollkommenen Versklavung und Überwachung der Menschheit erschien 1999, als Matrix erschien, angesichts des Niedergangs des Kommunismus’ zehn Jahre zuvor als ziemlich anachronistisch. Aber in unserer heutigen Zeit, in der westliche Regierungen laut über Internetzensur nachdenken und der US-Geheimdienst sich rühmt, jedes Handy auf der Welt orten zu können, wünscht man sich manchmal einen Neo, der die richtige Entscheidung trifft – und so das Überwachungssystem zu Fall bringt.

Tickets für das Event kosten zwischen 17,– und 52,– Euro, je nach Platzkategorie.

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