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Kunst am Hauptbahnhof

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Sie liegt ein wenig versteckt, die Galerie von Bernhard Knaus: In der Niddastraße 84, in dem Rechteck zwischen Düsseldorfer Straße und Mainzer Landstraße, das zwar direkt am Bahnhof liegt aber selbst nicht zum Bahnhofsviertel gehört, sondern schon zum Gallus. „Vorderhaus links, bitte klingeln“, steht auf dem Schild. Die Tür summt, es geht eine alte Treppe nach oben und dort empfängt mich Herr Knaus in einer großzügigen Zimmerflucht mit viel Licht, die man in diesem alten, etwas düster wirkenden Gebäude gar nicht erwartet hätte.

Von Mannheim nach Frankfurt

Bernhard Knaus begann schon während seines Studiums mit dem Sammeln und dem Handel von Kunst. Im Jahr 2001 eröffnete er seine erste Galerie in Mannheim, bevor es ihn 2007 nach Frankfurt zog. Während in den vergangenen Jahren die Galerien in der Frankfurter Innenstadt rund um die Fahrgasse nur so aus dem Boden schossen, fühlt sich Knaus am Hauptbahnhof sehr wohl. Die Innenstadt ziehe halt auch viele Menschen an, die sich nicht unbedingt für Kunst interessieren, sondern eher zufällig an den Galerien vorbeischlendern. Laufkundschaft spielt aber im Kunstgeschäft kaum eine Rolle.

Manche kommen auch nur zum Gucken

Natürlich will Knaus die von ihm ausgestellten Werke an den Mann oder die Frau bringen, aber er freut sich auch über Menschen, die sich einfach nur die Bilder anschauen wollen. Sehenswert sind sie allemal: Zurzeit läuft eine Ausstellung von Petra Wunderlich, Professorin für Fotografie an der Hochschule Luzern, mit dem Titel „Common Grounds“. Das sind 21 schlichte, schwarz-weiße Fotografien von Gebäuden in New York, die alle als Synagoge genutzt wurden oder noch werden. Die Gebäude werden schnörkellos in Frontalansicht präsentiert und bieten eine tolle Übersicht über die Variabilität der New Yorker Architektur.

Der Kunstmarkt ist schwieriger geworden

Für Sammler und Galeristen ist der Kunstmarkt in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Die Preise für begehrte Künstler schießen in die Höhe wie bei Fußball- oder Popstars, dafür tun sich die kleineren Galerien schwer, neue Künstler aufzubauen – die ihnen dann manchmal prompt von den großen Wettbewerbern weggeschnappt werden, wenn sie erst bekannt genug sind. Und im Gegensatz zum Fußball fließen hier keine Ablösesummen.

Bei Bernhard Knaus kaufen erfahrene Sammler, aber auch Neueinsteiger. Er erzählt mir von einem Studenten, der lieber sein Bild in monatlichen Raten abbezahlt, als sich einmal im Jahr einen kostspieligen Urlaub zu gönnen. Es gibt sie also noch, die echten Kunstenthusiasten.

Die Ausstellung von Petra Wunderlich läuft noch bis zum 11. Januar 2014. Wer sich vorab einen Eindruck von einigen ihrer Werke machen möchte, kann das auf artnet tun.

Foto: Bernhard Knaus

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