Einträge: Beiträge | Kommentare

Frauenpower trifft Bankermacht

Keine Kommentare

bank-ezb-frankfurt

Schimmernd stehen sie in der Herbstsonne, die Türme der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage. Doch so glänzend wie die Fassaden der Geldhäuser es glauben lassen, können die Geschäfte der Banken derzeit nicht mehr laufen – oder zumindest nicht mehr so unbehelligt. Die Politik rüstet sich derzeit, um künftige Finanzkrisen zu verhindern und den Bankern stärker auf die Finger zu sehen. Eine wichtige Rollen spielen dabei ein geplanter Abwicklungsfonds, eine Reihe von Lobbyisten – und zwei starke Frauen.

Vollmundige Bekenntnisse …

Nach der Finanzkrise zeigten sich viele Institute reumütig. Verhaltens- und Wertekataloge wurden aufgestellt, eine transparentere Vergütung der Bankmitarbeiter versprochen, die Höhe der Bonuszahlungen begrenzt und neue, interne Kontrollmechanismen eingeführt. So weit, so gut, sollte man meinen. Nun ja, mit sich selbst auferlegten Pflichten hat man üblicherweise auch die geringsten Probleme. Das wissen wir spätestens seit Mark Twains Geschichte, in der Tom Sawyer einen Zaun streichen muss – und erfolgreich so tut, als sei das ein Vergnügen.

… aber massive Lobbyarbeit

Hinter den Kulissen aber tobt eine massive Lobbyschlacht der Bankenverbände gegen ein weiteres Anziehen der gesetzlichen Regulierungsschraube. Mehr Eigenkapital in der Bilanz? Zwangseinzahlungen in einen Rettungsfonds? Steuern auf Finanztransaktionen? All das drückt auf den Gewinn und das haben die Eigentümer nicht so gern.

Daher schrieben jetzt beispielsweise sechs führende Verbände der deutschen Finanzwirtschaft Beschwerdebriefe nach Brüssel, um Finanztransaktionssteuern in Italien und Frankreich zu bekämpfen, wie auf „Spiegel Online“ zu lesen war. Und EU-Kommissar Michel Barnier untersagte seinen Mitarbeitern kurzerhand Treffen mit Finanzlobbyisten, um einen Einfluss auf die laufenden Regulierungspläne zu verhindern.

Die EZB-Frauen greifen ein

In Brüssel haben die Finanzminister gerade einen Abwicklungsfonds für Banken beschlossen, den die Institute selber mit Geld füllen müssen – 55 Milliarden Euro werden es wohl sein. Damit sollen Kreditinstitute in Zukunft geregelt pleite gehen dürfen, wenn sie in Schieflage geraten. Aber auch der Finanzplatz Frankfurt bekommt künftig eine noch wichtigere Rolle: Die EZB soll ab 2014 für die Bankenregulierung in ganz Europa zuständig sein.

Eben hat der Europäische Rat die Ernennung von Daniele Nouy als neue Banken-Oberkontrolleurin abgesegnet; sie war jahrelang Chefin der französischen Bankenaufsicht. Ihre Stellvertreterin wird wahrscheinlich Sabine Lautenschläger, die als Nachfolgerin von Jörg Asmussen auch den deutschen Platz im EZB-Direktorium einnehmen wird.

Macht es wie Tom Sawyer!

Vorschusslorbeeren erhielt Frau Lautenschläger schon mal von Finanzminister Schäuble. Der ist einerseits mit Frau Merkel eine starke Frau an seiner Seite gewohnt – andererseits kann er weitere Unterstützung gut gebrauchen. Erst kürzlich hatte Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, die Bankenschelte des Ministers als „unverantwortlich“ gegeißelt. Nun, wir werden noch sehen, wer recht behält. Im Zweifelsfall sollten es die Banken so machen wie Tom Sawyer: Einfach behaupten, die Erfüllung der Auflagen wäre das reinste Vergnügen!

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg