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Ein stiller Verehrer

3 Kommentare

ak47-graffiti-frankfurt

Fast jeden Tag komme ich an diesem Hausdurchgang vorbei, es ist immer dieselbe, langweilige Klinkerwand. Am Tag nach Weihnachten fiel mir dort ein neues Grafitto auf, auf das ich mir zunächst keinen Reim machen konnte. AK47 — was sollte das sein? Irgendwie glaubte ich auch, diese Abkürzung schon mal gehört zu haben. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und wurde im Internet schnell fündig.

Ein bekanntes Sturmgewehr

AK-47 ist die Kurzform für “Awtomat Kalaschnikowa, obrasza 47″ also etwa “Automatisches Gewehr von Kalschnikow, Modellreihe 47″. Früher, vor allem im Ostblock, wurde es oft als Maschinenpistole bezeichnet, heute zählt man es üblicherweise zu den Sturmgewehren. In Russland heißt die Waffe übrigens ganz einfach “Kalasch”. Mit rund 100 Millionen Exemplaren — davon etwa die Hälfte ohne Seriennummern — gilt es als das am meisten verbreitete Gewehr weltweit. Nicht nur Armeen und Freiheitskämpfer benutzen diese Waffe, sondern auch Diktatoren, Kriminelle und Terroristen. Entgegen einer oft geäußerten Vermutung zeigt das Logo der linksextremen Terrorgruppe RAF jedoch kein AK-47, sondern ein deutsches Heckler & Koch MP5.

Und der Tod seines Erfinders

Konstrukteur der Waffe war der russische Generalleutnat Michail Kalaschnikow, der am 23. Dezember ganz friedlich in einer Klinik in der Teilrepublik Udmurtien im Alter von 94 Jahren gestorben ist, nachdem er im November einen Schwächeanfall durch innere Blutungen erlitten hatte. Das Gewehr — eine zuverlässige, einfach zu handhabende Waffe — hatte er entwickelt, um eine Antwort auf das deutsche Sturmgewehr 44 zu finden und so den Schutz seiner Heimat zu verbessern.

Dass sein Gewehr später auch in zwielichtigen Kreisen sehr beliebt war, hat den Waffenkonstrukteur stets betrübt. Reich geworden ist er durch die Erfindung übrigens nicht; das AK-47 wird bis heute von der Staatsfirma Ischmasch hergestellt, die auch die Patentrechte an den neueren Modellen besitzt. Der Patentschutz auf das Originalmodell ist mittlerweile erloschen. In einem Interview meinte Kalaschnikow einmal, an der Erfindung eines Rasenmähers hätte er wohl mehr verdient.

Bleibt nur noch eine Frage: Welcher geheimnisvolle Verehrer des russischen Waffenkonstrukteurs hat wenige Tage nach seinem Tod diese Hommage an der Frankfurter Hauswand hinterlassen? Oder ist das alles nur ein merkwürdiger Zufall? Wir werden es wohl nie erfahren!

  1. Das ist ne eine Writer Crew aus FFM oder ein Sprüher. In ganz Frankfurt sieht man viele der Tags. Vor allem wenn man in den Bahnhof aus Norden einfährt..

  2. Rainbow Dash says:

    AK steht auch für Art Crime.

  3. Peter Lustig says:

    AK47 ist eine Frankfurter Writer Crew, die schon seit Mitte der ’90er existiert. Das Kürzel entstand u.a. aus “Assi Kids” und lehnt sich dabei bewusst an den Namen des Sturmgewehrs an.

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