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Die Wagenknecht Uni-Rede

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Die SDS (Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband) hatte die Galionsfigur der Linken zu einem Gespräch in der Goethe-Universität eingeladen. Und während anfangs auch alles in bester Ordnung schien, hat sich die Uni-Leitung irgendwann dazu entschlossen, den Besuch von Sahra Wagenknecht abzusagen. Der Grund: Die Uni sei ein politisch neutraler Raum und es dürfe so kurz vor den Wahlen keine Wahlkampfveranstaltung mehr stattfinden.

Weder Frau Wagenknecht, noch die Genossen der SDS fanden das besonders amüsant und haben sich daher kurzerhand dazu entschlossen, das Verbot schlicht und ergreifend zu ignorieren. Die prominente Rednerin bekommt auch tosenden Applaus, als sie direkt am Anfang sagt, das dies ein gutes Beispiel wäre, wie man mit Anordnungen von oben kreativ umgehen kann, nämlich indem man sie einfach ignoriert.

Sahra Wagenknecht in Frankfurt

Da fragt man sich als politisch interessierter Zuhörer natürlich instinktiv, ob dies auch die Art und Weise ist, wie die Linken gedenken Politik zu machen: Einfach das ignorieren was einem nicht in den Kram passt und so weitermachen wie man es für richtig hält? Ganz unabhängig davon, dass ich das Verbot des Unipräsidiums auch nicht nachvollziehen konnte, glaube ich, dass das durchaus einer der Punkte ist, der die Linken bundesweit derzeit so schlecht dastehen lässt. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass Wagenknecht einfach nur noch eine Trotzpolitik machen, ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht“. Der Umstand, dass die Überwindung 5%-Hürde auf wackeligen Beinen steht, macht meiner Meinung nach deutlich, dass das nicht sonderlich gut ankommt.

Der Rest der Veranstaltung – der passenderweise kurz vor den Blockupy-Protesten anberaumt wurde – geht dann eigentlich mit den gleichen leeren Worthülsen weiter. Es wird geschimpft was das Zeug hält, dass es so ja nicht weiter gehen kann, der Kapitalismus nichts mit Demokratie zu tun, was in Griechenland so alles schief läuft und warum mann natürlich den Linken unbedingt seine Stimme geben muss, weil dann alles, ja wirklich alles, besser werden wird. Rhetorisch ist Sahra Wagenknecht auf der Höhe, wobei man sagen muss, dass sie bei den Zuhörern auch ein dankbares Publikum gefunden hat. Alles in allem eine eher enttäuschende Veranstaltung, sofern man nicht ohne wenn und aber den Kurs der Linken unterstützt. Wenig Neues, viel Populismus.

Foto: Flickr / Benjamin Krüger

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