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Riedberg & Co. – Neue Frankfurter Stadtteile

2 Kommentare

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Zu sagen das Frankfurt aus allen Nähten platzt, wäre vielleicht ein wenig übertrieben. Fakt ist aber trotz allem, dass die Mainmetropole die 700.000 Einwohnergrenze geknackt hat und ein Ende des Wachstums nicht abzusehen ist. Wohin also mit den ganzen Neu-Frankfurtern?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, um die Wachstumsproblematik in den Griff zu bekommen: Man kann einerseits die bestehenden Wohnstrukturen und Stadtteile optimieren, sprich versuchen in einer adäquaten Weise mehr Einwohner bei dem vorhandenen Raum herauszuholen. Andererseits kann man aber auch die städtische Expansion vorantreiben und unerschlossene Gebiete wohnbar machen oder aber eigenständige Siedlungen eingemeinden, so wie vor einigen Jahrzehnten mit Nieder-Eschbach geschehen.

Neuer Raum im Norden von Frankfurt

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Neuen Presse gab es ein nettes Interview zu dem Thema. Gesprächspartner war Martin Wentz, der von 1989 bis 2001 Planungsdezernent der Stadt Frankfurt war. Neben vielen anderen Themen, wie zum Beispiel der bisherigen Stadtentwicklung und dem, meiner Meinung nach hinkenden Vergleich zu München, sprach Wentz auch von einem neuen Stadtteil im Norden, zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach. Der Plan für den neuen Stadtteil lag damals wohl schon in der Schublade, wurde aber zugunsten des Riedbergs verworfen.

Den Riedberg führt Wentz übrigens als gelungenes Beispiel an und führt unter anderem an, dass die Frage der infrastrukturellen Anbindung, also Öffentlicher Nahverkehr, Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten, bereits vorab geklärt waren. In diesem Fall muss ich Martin Wentz recht geben. Als Paradebeispiel eines neuen Stadtteils würde ich den Riedberg allerdings nicht bezeichnen. Mein Problem mit diesem Quartier ist, dass es so sehr aus der Retorte wirkt, dass es kaum mehr etwas mit dem zu tun hat, was mich Frankfurt ausmacht. Ich kenne auch niemanden, der am Riedberg wohnt. Ich kenne noch nicht einmal jemanden, der jemanden kennt, der am Riedberg wohnt. Gelungene Integration von Neu-Frankfurtern sieht für mich anders aus. Vermutlich arbeitet der typische Riedberger bei einer der Consulting-Firmen im Mertonviertel, fährt da morgens hin und spät abends wieder heim.

Foto: Dontworry via Wikimedia Commons
  1. Brigitte Giani says:

    Mag sein, daß die strukturelle Planung für den Stadtteil RIEDBERG gut war, aber architektonisch ist sie eine Katastrophe.
    Hat da niemand eine gestalterische Phantasie gehabt? Dieses Zusammengewürfel von Baustilen, Formen und Farben ist schrecklich. Der neue Uni-Campus wie hingeklotzt. Wir gehen dort oben häufig spazieren, schon seit alles noch frei von Bauten war, und wundern uns immer wieder.

  2. Pseudo Nym says:

    Ich kenne verdammt viele Leute, die am Riedberg wohnen (ich wohne im Mertonviertel) und muss sagen, dass die alle gut hier integriert sind. Die Büros hier im Mertonviertel stehen eh fast alle leer, und sonst kenne ich auch keinen, der da arbeitet. Mein Problem vom Riedberg sind eher die Grundstückspreise (eine Eigentumswohnung mit 4 Zimmern 700.000€!), so dass am Riedberg verdammt viele Bonzen&Co wohnen (ich will nicht sagen dass alle Riedberger Bonzen sind). Architektonich hatte da in einem Teil jemand eine Idee, ein paar Häuser nach jeweiligen Landesstilen zu gestalten (Französisches Viertel, Spanisches Viertel usw.), das sieht allerings gruselig aus. Der Unicampus besteht aus einem hässlichen grauen Klotz und einem schöneren moderneren Teil. Wo ich kopfschütteln muss, ist wenn ich im Studentenwohnheimparkhaus mehrere Porsche sehe. Das Riedbergzentrum zB. find ich aber gelungen.

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