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Das RMV U-Bahn Chaos

4 Kommentare

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Die RMV ist alles andere als billig und der jährliche Preisaufschlag beinahe schon obligatorisch. An alldem wäre ja (fast) nichts auszusetzen, wenn zumindest die Leistung stimmen würde. In den letzten Jahren habe ich aber zunehmend das Gefühl, dass Flickenschusterei betrieben wird und an vielen Stellen das Preis-/Leistungsverhältnis alles andere als stimmig ist.

Jüngstes Beispiel ist der Schienenersatzverkehr entlang der Strecken U1, U2, U3 und U8. Auf insgesamt drei Wochenenden werden Bauarbeiten durchgeführt, in denen der U-Bahn-Verkehr zwischen Heddernheim und Eschenheimer Tor komplett zum Erliegen kommt. Um das zu kompensieren, werden Busse eingesetzt.

RMV liefert keinen adäquaten Ersatz

An zwei Wochenenden konnte man nun diesen sogenannten Ersatzverkehr schon erleben, ein Wochenende steht noch aus. Mein Fazit bisher: Wer auch immer diese Projekte geplant hat, macht sich keine Vorstellungen davon, wie der Verkehr auf diesen Strecken tatsächlich aussieht. Ist natürlich auch schwer, wenn man jeden Tag mit seinem dicken Mercedes vom Taunus zu seinem Büro in Frankfurt fährt und da natürlich direkt in die komfortable Tiefgarage.

Nimmt man alle vier betroffenen U-Bahn-Linien zusammen, muss man im Durchschnitt nicht länger als vier Minuten auf eine Bahn warten. Aber sind wir mal großzügig und sagen es sind fünf Minuten. Auf die Busse muss man in aller Regel zwischen 12 und 15 Minuten warten aber sind wir auch hier mal großzügig und sagen es sind nur 10 Minuten. Selbst dann ist es eine Farce, wenn man eine Bahn ersetzen möchte, die alle 5 Minuten kommt und dazu Busse nimmt, die nur etwa ein Drittes des Fassungsvermögens haben und dazu noch in einer Frequenz kommen, die doppelt so lang ist. Was bitte soll das? Bei den Bussen kommt man sich vor, als wäre man in der U-Bahn von Tokio. Zumindest kann man bei der beschissenen Fahrweise der Fahrer nicht umfallen, weil es einfach so voll ist, dass ein Fallen schlichtweg unmöglich ist.

Liebe RMV, das ist wieder mal ein Beweis, dass es euch scheinbar nicht möglich ist, eine auch nur einigermaßen angemessene Leistung zu liefern, die auch eurem Preisniveau entspricht. Eine Tragödie, dass ihr in Frankfurt das Öffentliche-Nahverkehrs-Monopol habt, sonst hättet ihr schon längst keine Kunden mehr.

  1. Sascha Reimann says:

    Sehr geehrter Redakteur des Frankfurter-Blogs,

    auf Twitter haben wir den Link zu diesem Artikel entdeckt. Wir hätten Ihnen gerne dort geantwortet, jedoch lässt sich mit 140 Zeichen keine angemessene Stellungnahme zu Ihrer Kritik formulieren.

    Ihre Kritik betrifft größtenteils uns und nicht den RMV. Wir – die Verkehrsgesellschaft Frankfurt – betreiben alle U-Bahn- und Straßenbahnlinien in Frankfurt und sind u.a. für alle Stationen und Haltestellen, Ersatzverkehre etc. zuständig. Der RMV hat verbundweit ein einheitliches Tarifsystem eingeführt, ist für die Preisgebung und -anpassung zuständig und verteilt die Verbundeinnahmen um.

    Die A-Strecke (U1, U2, U3 und U8) ist bei regulärem Betrieb voll ausgelastet. An Samstagen fahren auf der Strecke 26 Kurse, diese 1:1 durch Busse zu ersetzen ist nicht möglich. Dafür haben wir nicht die nötige Anzahl an Ersatzbussen und Fahrern.

    Jede Baumaßnahme, die eine (Teil-)Streckensperrung erfordert, ist mit Einschränkungen und Komfort-Einbußen für unsere Fahrgäste verbunden – das ist uns bewusst. Mit dem Einrichten eines Ersatzverkehrs soll trotz Streckensperrung weiterhin die Möglichkeit bestehen, von A nach B zu gelangen – auch wenn es etwas länger dauert oder die Fahrzeuge voll sind. Die Arbeiten sind notwendig und dienen der Verbesserung von Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sicherheit. Jede Baumaßnahme wird von uns vorab angekündigt, sodass sich Fahrgäste auf die Einschränkungen einstellen und ggf. auf andere Linien ausweichen können.

    Wenn Ihnen die Fahrweise eines Busfahrers negativ auffallen sollte, bitten wir Sie uns dies mit genauen Angaben zu melden. Ansonsten ist so eine pauschalisierte Aussage nicht hilfreich und unfair gegenüber Fahrern mit gutem Fahrstil.

    Eine Monopolstellung haben wir nicht. Der gesamte Frankfurter Nahverkehr wurde ausgeschrieben, für den Schienenbereich konnten wir glücklicherweise eine Direktvergabe beim Land Hessen erwirken. Unsere Tochtergesellschaft ICB ist dem Wettbewerb ausgesetzt und erhielt den Zuschlag für knapp 50% der Buslinien. traffiQ – die lokale Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Frankfurt – legt die zu erbringenden Leistungen fest (Anzahl und Länge der Fahrzeuge, Strecken, Fahrpläne..) und schreibt diese aus.

    Ihr Artikel zeigt deutlich, dass Ihnen einige Zusammenhänge, Zuständigkeiten und Sachverhalte im Frankfurter Nahverkehr unbekannt sind. Falls Sie zukünftig Fragen haben sollten, beantworten wir Ihnen diese jederzeit gerne.

    Freundliche Grüße
    Sascha Reimann
    VGF-Unternehmenskommunikation

    • Lieber Herr Reimann,

      erstmal meinen Dank, dass sie sich diesen Blogbeitrag nicht nur durchgelesen, sondern auch kommentiert haben.

      In aller Regel handhabe ich das so, dass wenn ich ein konkretes Problem habe, dies auch mit der Person ausdiskutiere, die es betrifft. Also ich gehe bspw. zum Busfahrer, sage ihm was mich stört und in aller Regel ist es dann auch so lange ok, wie ich noch im Bus bin.

      Das ganze ist natürlich sehr subjektiv und es verstößt ja auch keine Verkehrsregel, mit Vollgas anzufahren, auf 50 zu beschleunigen und dann an der nächsten Haltestelle voll in die Eisen zu gehen. Wäre also meiner Ansicht nach kein Grund für eine “offizielle” Beschwerde. Trotz allem empfinde ich es als störend und alles andere als ein angenehmes Fahrgefühl. Dies fällt mir im übrigen noch gravierender bei den U-Bahnfahrern auf aber da es in diesem Artikel nun mal um den Ersatzverkehr ging, war das kein Thema.

      Ich bin an dieser Stelle konstatiert. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, ich fahre im Durchschnitt pro Tag zwei Mal mit der angesprochenen Linie und es vergeht kaum eine Woche, bei der ich mich nicht über den Fahrer, nicht öffnende U-Bahntüren, ausgefallene Rolltreppen oder ähnliches aufregen könnte. Ich nehme es in aller Regel als gegeben hin, wir alle sind Menschen und Dinge gehen nun mal kaputt. Hin und wieder denke ich mir aber schon, dass das Geld das sie einnehmen (an dieser Stelle ist mir egal ob das der RMV, VGF oder sonstwer ist) nicht ein wenig in Fahrertraining oder die Wartung einsetzen könnten. Auch im bundesweiten Vergleich spielen sie preistechnisch ganz oben mit.

      Sie meinen das mir “einige Zusammenhänge, Zuständigkeiten und Sachverhalte im Frankfurter Nahverkehr unbekannt sind”. Das mag richtig sein. In erster Linie ist dieser Artikel eine subjektive Einschätzung der Dinge die mir aufgefallen sind. In diesem Fall der Schienenersatzverkehr. Wer die Strecke genau betreibt, welche Ausschreibungen es gegeben hat, wer die Preise genau festlegt: Das alles ist mir in diesem Fall relativ egal, da es nicht darum geht, eine exakte Schuldzuweisung an eine bestimmte Adresse zu richten. Der RMV ist in diesem Fall eben mein Ansprechpartner, was schlicht und ergreifend daran liegt, dass es als Logo und Aushängeschild auf allen Tickets, Bussen und Bahnen zu sehen ist. Sollten sie sich aber als VGF angesprochen fühlen, so soll mir das auch recht sein.

      Sehen sie diesen Artikel eher als eine Art offenen Brief, eine Beschwerde, die die Zustände bemängelt. Wenn ich mich über das Essen beschwere, tue ich das ja auch bei dem Kellner, nicht bei dem Koch und noch viel weniger bei dem Metzger, der das Fleisch geschnitten hat.

      Mit besten Grüßen aus Frankfurt Ginnheim,

      Andreas Schnell

  2. Ich kann mich der Kritik nur anschließen. Ich wohne seit ca. einem Jahr in Frankfurt, habe schon in mehreren Großstädten gelebt und kann nur sagen, dass der öffentliche Nahverkehr in Frankfurt für mich bei weitem am schlechtesten abschneidet. Ich war überrascht, wie schmutzig und heruntergekommen viele der Stationen und Fahrzeuge wirken, und das bei extrem hohen Preisen. 5,20 Euro für eine Fahrt in die Stadt und zurück, um mitten im Stadtzentrum in einer stinkenden Station auszusteigen?

  3. Man hat schon das Gefühl, dass Frankfurt mehr in den öffentlichen Verkehr investieren könnte. Z.B. die klapprigen Türen der U4 sind einer Finanzmetropole wohl nicht würdig.

    Aber anscheinend investiert man lieber in den Autobahnbau, um noch mehr Autos in die Stadt zu bringen, die dann keinen Abstellplatz finden und in absurd illegaler Weise alles zuparken, was irgendwie befahrbar ist.

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