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Afrika, Polizisten und die RMV

4 Kommentare

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau hat ein Artikel mit dem Namen „Ihr seid hier nicht in Afrika“ meine Neugier erregt. Auf Seite 2 und 3 des Frankfurtteils erstreckt sich der Bericht vom Kollegen Felix Helbig, dem ich an dieser Stelle Lob und Anerkennung aussprechen muss: ein exzellent geschriebener Artikel und ein packendes Thema. Worum geht es also? Am Ende kann man es darauf herunterbrechen, dass sich manche Dinge nur sehr langsam – wenn überhaupt – ändern, so zum Beispiel ewig Gestrige „Ordnungshüter“.

Es ist die Rede von Derege Wevelsiep, einem Deutschen mit äthiopischen Wurzeln, seiner Verlobten und den gemeinsamen 3-jährigen Sohn. Die Hintergründe sind bei dem, was ich sagen möchte, vollkommen egal. Nur so viel: wieder einmal gab es Übergriffe von Frankfurter Polizisten, wieder einmal ist Sensibilität ein Fremdwort und wieder einmal zeigen die Kontrolleure der RMV ihre nicht vorhandene Kompetenz. Trotz allem kann ich jedem nur empfehlen, sich den Artikel der Rundschau mal anzuschauen.

Rassismusvorwurf gegen Frankfurter Polizei

Derege wurde geschlagen, beschimpft und wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt. Natürlich weichen die Aussagen der Polizisten – inzwischen ist der Fall bei der Staatsanwaltschaft – stark von dem ab, was Derege sagt. Man kann sich an dieser Stelle auf die eine oder andere Seite schlagen oder sagen, dass am Ende Aussage gegen Aussage steht. Ziehe ich meine eigenen Erfahrungen mit ins Kalkül, so fällt es mir nicht schwer, den Ausführungen von Derege Glauben zu schenken. Auch wenn gegen meine Person rassistische Übergriffe schwer möglich sind – äußerlich bin ich einfach ein Mitteleuropäer – habe ich durchaus das eine oder andere Mal erfahren müssen, wie die sogenannten Ordnungshüter vorgehen.

Es kommt doch bei jeder Art der Kommunikation auf die Art und Weise an. Auch wenn wir mal von der Gewalt weg gehen, sind es auch oft die Signale, die gesendet werden. Wenn man in einer Personenkontrolle kommt, ein Polizist seine Handschuhe anzieht, ein anderer seine Hand an der Waffe hat und ein Dritter die Gegend observiert, kommt man sich wie ein Schwerverbrecher vor. Man fragt sich, was das soll? Warum man angehalten wurde? Viel zu oft ist es einfach nur Willkür und muss man sich wirklich vor Menschen rechtfertigen, die keinerlei Gewalt über einen haben sollten?

  1. Zu dem Vorfall kann ich mich nicht äußern, wage jedoch zu bezweifeln das er exakt so gelaufen ist. (Ich schätze, einige Dinge wurden ausgelassen, die passiert sind, bzw. übertrieben. Ein Faustschlag kann weit ausgelegt werden). Aber dazu kann und will ich mich nicht weiter äußern, ich war nicht dabei.

    Aber zu ” Wenn man in einer Personenkontrolle kommt, ein Polizist seine Handschuhe anzieht, ein anderer seine Hand an der Waffe hat und ein Dritter die Gegend observiert, kommt man sich wie ein Schwerverbrecher vor. ” will ich was sagen.

    Das alles hat ganz einfach Sicherheitsgründe. Handschuhe wegen Spritzen oder sonstigen gefährlichen Gegenständen, Hand an der Waffe und “Gegend observieren”, weil man einfach nie weiß was kommt. Woher soll der Polizist wissen das der Kontrollierte keine Waffe hat, oder jeden Moment angreifen kann. Das ist die Ungewissheit, einfach lockernehmen, und fertig.

  2. redaktion says:

    Hallo Eike,

    Du hast natürlich recht wenn Du sagst, dass bei Personenkontrolle eine gewisse Vorsicht angebracht ist aber auch an dieser Stelle, würde ich mir ein wenig mehr Empathie wünschen. Es sollte und muss einfach ein Unterschied gemacht werden wer, wann und wie kontrolliert wird.

    Es kann bspw. nicht sein, das ich 20 Minuten in einer Personenkontrolle hänge und der Grund ist “Weil ich mich in der U-Bahn so komisch nach ihnen (den Polizisten) umgedreht hätte.”

  3. @Eike: Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, doch deine Arguementation ist mMn Teil der Problematik rund um Alltagsrassismus. Alltagsrassismus definiert sich als institutioneller Gewalt- oder auch Verwaltungsakt und individueller. Im vorliegenen Fall kommt mMn beides zusammen.
    Wenn Du nun sagst, dass Du Dich nicht äußern willst, aber im gleichen Satz (!) die Geschehnisse aus Perspektive des vermeitlichen Opfers in Frage stellst, dann äußerst Du Dich halt doch und führst schreibst das Geschehen durch Negierung fort. Somit wird Deine Argumentation Teil von Alltagsrassismus. Und dass wo es an dieser Stelle überhaupt nicht Not getan hätte. Denn eigentlich willst Du Dich ja zu den Sicherheitsmaßnahmen der Polizisten äußern. Warum war es Dir jetzt also so wichtig, erstmal die Ereignisse, die sich aus der Perspektive des vermeitlichen Opfers so zugetragen haben, in Frage zu stellen?

  4. “Alltagsrassismus definiert sich als institutioneller Gewalt- oder auch Verwaltungsakt und individueller.”

    Wo und von wem wird Alltagsrassismus so definiert?

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