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Streik vor den Frankfurter Sparkassen

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Wolle mer se reinlasse? So oder so ähnlich kommt man sich hin und wieder vor, wenn man durch Frankfurt läuft. Es gibt ja nicht nur die allseits beliebten Montagsdemonstrationen, die mal mehr, mal weniger gut besucht sind, sondern auch alle anderen Arten von befindlichkeitsorientierten Protestkundgebungen. Heute waren es Menschen aus Halle (Sachsen-Anhalt), die – mit der Unterstützung von ver.di – sich zu einer Demonstration in der Mainmetropole eingefunden haben.

Aller Witzelei zum Trotz war es durchaus ein gerechtfertigter Protest. Die Mitarbeiter der S-Direkt, die in Halle für die Sparkasse in einem Callcenter arbeiten, möchten gerne mehr verdienen. Die erste Frage die auftaucht ist natürlich: Wer will das nicht? Schaut man sich aber die Sachlage genauer an, stellt man fest, das dort wieder mal die Kleinen ausgebeutet werden, bis sie ausgeblutet sind. Das Vollzeit-Gehalt der S-Direkt Callcenter-Mitarbeiter beträgt 1.250 Euro und das unverändert seit 15 Jahren. Ein Stundenlohn von 7,38 Euro. Zieht man die Inflation mit in die Rechnung ein, ist das eine monatliche Kaufkraft von 950 Euro. Meiner Meinung nach ein Skandal, auch wenn sich die S-Direkt Mitarbeiter da in bester Gesellschaft befinden. Ich erinnere an dieser Stelle nur an den Streik der Cinestar-Mitarbeiter.

Proteste vor der Sparkasse

Der S-Direkt-Streikzug hat sich also vor etliche Örtlichkeiten der Sparkasse begeben, um dort seinen Unmut kundzutun. Unter anderem war die Frankfurter Sparkasse in der Neue Mainzer Straße und die Filiale auf der Zeil das Ziel. „Das ist empörend und unzumutbar!“ sagt Birgit Braitsch, Fachbereichsleiterin ver.di Hessen zu den Zuständen in Halle. „Die Sparkassenorganisation sollte sich ihre eigene Leitmaxime ‚Fair. Menschlich. Nah‘ vor Augen halten, dann würde ihr bewusst werden, dass die Beschäftigten der Callcenter mit Gehältern abgespeist würden, die nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt ohne weitere Aufstockungen zu bestreiten. Es würde der Frankfurter Sparkasse als drittgrößtem Auftraggeber gut zu Gesicht stehen, sich für die Belange der Streikenden einzusetzen.“

Foto: Andreas Schnell

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